Die Geschichte unseres Museums

Der Gründer des Museums Malermeister Karl Schmidt

Karl Schmidt, Heimatkundler und Mineraliensammler, hat aus seinem Haus in Velmeden ein heimatkundliches Museum gemacht, in dem der zwischenzeitlich Verstorbene die von ihm in seinem Leben zusammengetragenen großen und kleinen Schätze der Region zeigt.

Dabei sind es zwei Sammelleidenschaften, die das Bild in dem Heimatmuseum prägen: Zum einen sind es die Steine und Versteinerungen, die er oder seine Frau meist in der Umgebung von Velmeden gefunden haben. Schnecken, Tintenfische oder Pflanzen, die vor Jahrmillionen lebten und sich im  Gestein erhalten haben, hat er in seiner Sammlung.

Die zweite Seite von Schmidts Leidenschaft ist die Heimatgeschichte, und da bietet sein Haus eine Fülle von Exponaten, die von ganz alltäglichen Gegenständen bis zu Raritäten reicht. Besonders stolz machte es den Heimatforscher, dass er mit seiner Sammlung dokumentieren konnte, wie die Menschen früher lebten.

Von der Haustür über den Schrank und den Ofen bis zur Wiege, von Kinderspielzeug über den Schulranzen und Schulbücher bis zum Kinderschuh reicht die Palette. Auch das Handwerk ist in seiner Sammlung vertreten. Beispielsweise mit dem Arbeitsgerät eines Schuhmachers oder einer alten Nähmaschine. Sogar ein noch funktionsfähiger, über 100 Jahre alter Webstuhl ist vorhanden. Besondere Schmuckstücke sind auch die alten Bibeln, eine von ihnen wurde in Sachsen gedruckt und stammt vom Anfang des 17. Jahrhunderts. Und auch alte Dokumente sind vorhanden. Was Schmidt bei seinen heimatkundlichen Forschungen herausgefunden hat, behielt er nicht für sich. In Festschriften war er immer mit Beiträgen vertreten. So auch zum 50-jährigen Bestehen des TSV. Da befasste er sich zum einen mit den Häusern des Dorfes und ihren Bewohnern, zum anderen mit der Landwirtschaft. Und als Schmankerl hatte er einige Mundartanekdoten beigefügt.

Im Treppenaufgang des Museums sind Versteinerungen ausgestellt. Auf "Ceritates meissnerianus" war Karl Schmidt besonders stolz. Der Tintenisch ist nur eine der zahlreichen Versteinerungen, von denen die größten über einen Durchmesser von bis zu 30 cm verfügen. Die Sammlung ist die größte derartige Sammlung in Nordhessen und umfasst Ceratiten, Ammonten und Nautilten, wie die Wissenschaftler die unterschiedlichen Typen nennen.

Neben den Fossilien gibt es aber auch noch andere Fundstücke: Kristalle aus dem Keuper, also nur wenige Millionen Jahre "jünger" als die Fossilien. Natürlich ist auch der für die Region typische Gips vorhanden. Besonders schön ist das Marienglas (durchsichtiger Gips). Auch die Kohle vom Meißner und Hirschberg ist vertreten, ebenso Basalt (aus der Umgebung von Felsberg). Die schönsten Fundstücke sind in einem Regal an der Wand des Treppenhauses ausgestellt.

Dass das Museum den Besuchern gefällt, zeigen die vielen Einträge in das vorhandene Gästebuch.

Auch Versteinerungen aus dem riesigen Muschelkalkmeer, das vor rund 180 Millionen Jahren in der Gemarkung van Velmeden vorhanden war, sind zu bewundern. Die äußeren Hüllen von vielen Lebewesen sind als versteinerte Zeugnisse längst vergangener Zeiten erhalten geblieben. Eine Karte des Meeres ist übrigens zur Orientierung der Besucher auf die Wand des Treppenhauses aufgemalt. Neben den Tintenfischen sind es Schneckengehäuse und Muscheln, die Schmidt gefunden hat - letztere sogar oftmals als Muschelpflaster in großer Anzahl schichtweise im Gestein. Deutlich zu sehen sind auf den Funden auch die Zeichnungen auf den Tiergehäusen.

Ein Lob geht in diesem Zusammenhang mit den Funden auch an die Häuslebauer in Velmeden. Die nämlich hatten Schmidt informiert, wenn bei Ausschachtungen etwas entdeckt wurde - und so kamen die schönen Stücke nicht auf die Deponie, sondern ins schmuckrestaurierte Fachwerkhaus von Schmidt.

Stilecht mit alten Büchern, einer Schiefertafel und einer alten Schulbank mit Klappsitzen und ... ist ein altes Schulzimmer im Dachgeschoss errichtet. Dieses Zimmer ergänzt die umfangreiche heimatkundliche Sammlung von Karl Schmidt, der bei Hausentrümpelungen seine Liebe zu Zeugnissen aus vergangenen Zeiten entdeckte. Auch wenn er mit den lateinischen Begriffen der Wissenschaftler, die seine Sammlung besuchten, nicht viel anfangen konnte, war er zhu den Experten der Heimatgeschichte geworden. Seinen Heimatort Velmeden kannte er besonders gut. Bis ins 18. Jahrhundert hat er zurückverfolgt, wer in den einzelnen Häusern gelebt hat.

..... Schränke, Öfen, Kacheln, landwirtschaftliches Gerät, Truhen und Kisten, Ziegeln, Bügeleisen und Vasen, Bücher und Dokumente - es gibt fast nichts, was alt ist und aus der Gegend kommt. Ein Zeitungsarchiv und ein Postkartenalbum gehören ebenfalls zu den Schätzen. Aus einem Haus, das abgebrannt war, konnte Karl Schmidt noch die Haustür aus der Mitte des letzten Jahrhunderts retten.

Eine Flachshechel stammt aus dem Jahr 1778, ein prächtiger gusseiserner Ofen aus der Jugendstilepoche. Ein Lehrbrief der Kramergilde (Kaufmannsgilde) aus der "Kaiserlich Freien Reichsstadt Nordhausen", im Jahr 1796 ausgestellt, verdeutlicht, mit welcher Mühe und Sorgfalt früher Dokumente angefertigt wurden. Im Dachstuhl ist auch eine komplette Bauernstube aus dem 18. Jahrhundert zu bewundern.

Karl Schmidt hat seine verschiedenen Fundstücke selbst aufgearbeitet. Dabei kam ihm seine Erfahrung als Malermeister zugute. Der Beruf öffnete Karl Schmidt auch den Zugang zu vielen seiner Sammlerobjekte, die er in der Regel umsonst bekommen hat. Ein Geschäft aber wollte der Velmeder mit seinem Hobby nicht machen: Seine Devise war: Verkauft wird nichts, nur ab und zu ein Stück gegen ein anderes tauschen.

So viel über die Entstehung und Geschichte unseres Heimatmuseums Karl Schmidt in Velmeden.

 

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